Mischa Felber

Dipl. Pflegefachmann HF Psychiatrie

«Nur weil ich versuche, positiv zu bleiben und lache, heisst das nicht, dass ich gesund bin oder es mir vollkommen gut geht. Es heisst einfach, dass ich das Beste daraus mache.»

Seit nun 20 Jahren werde ich immer wieder gefragt, warum ich mich für die Arbeit in der Psychiatrie entschieden habe. Manchmal stelle ich mir diese Frage auch heute noch. Die Entscheidung „Psychiatrie" fiel erst nach einer Erstausbildung im Feld der Chemie.

Aufgewachsen bin ich in Adliswil als schüchterner und sensibler, kleiner Junge. Naturwissenschaftlich nicht unbegabt, und mit Stärken im Analysieren, absolvierte ich die

Ausbildung zum Chemielaborant. Doch schon bald wurde mir klar, dass dies, eine wohl wertvolle Ausbildung, aber kein Beruf auf Lebenszeit, sein würde. Abwechslung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Austausch mit Menschen fehlten mir. Im Privaten war ich schon immer ein guter Zuhörer, der mit Empathie und Verständnis so manche schwere Situationen begleitete.

So fiel es mir nicht schwer, mich im Jahr 2001 für eine neue Ausbildung zu begeistern. Vier Jahre später schloss ich diese Ausbildung erfolgreich als Diplomierter Krankenpfleger DN II (heute HF) mit Schwerpunkt Psychiatrie ab.

Mittlerweile bin ich glücklich verheiratet – mit einer tollen Frau. Zwei kleine und freche Jungs fordern uns heraus und erfüllen uns. Über Sinnstiftung in unserem Leben müssen wir nie diskutieren und dafür sind wir dankbar. War es früher das Umherreisen in der Welt erlebe ich nun meine Abenteuer bei der Arbeit im Garten mit den Kindern und beim Spazieren im Wald. Das Tauchen wurde vom Tischtennis abgelöst. Nur das Lesen von Büchern und das Schachspielen ist trotz Netflix und Playstation noch immer aktuell.

In all den Jahren durfte ich mir einen reichen Erfahrungsschatz in den Bereichen psychiatrische Akutpflege, Depressionsbehandlungen und der Suchtmedizin aneignen. Meine ruhige und geduldige Präsenz, selbst in hektischen Situationen, wie auch schwere Momente mit Empathie, und wenn es stimmt, mit Humor begleiten zu können, wurde mir immer wieder zurückgemeldet. Dies versuche ich auch meinen Lernenden als Berufsbildner weiterzugeben.

Neben der fachlichen Erfahrung hat mir meine Tätigkeit vorallem eine unglaubliche Menge an Begegnungen mit beeindruckenden Menschen gegeben.

Genau so wie mein Bart, wuchs in den Jahren auch mein Respekt vor den betroffenen Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen. Denn oft haben sie ihre Lebensschwierigkeiten nicht selbst verursacht, müssen sie aber selber lösen!!!

Und jetzt freue ich mich, meinen Beitrag zur Genesung beizutragen.