Nadja Pallotta

Dipl. Pflegefachfrau HF

Trauma Therapeutin

«Nutze das Trauma zur Transformation»

Hallo, ich heisse Nadja Pallotta.

 

Dieses Zitat von Peter A. Levine «Nutze das Trauma zur Transformation» hat mich in meiner Ausbildung extrem berührt, aber auch verwirrt.

 

Der Begriff «Trauma» ist sehr gross. Grundsätzlich ist es aber immer so, wenn es zu viel, zu heftig, zu schnell ist, dann werden wir aus der Bahn geworfen, verlieren den Boden unter den Füssen, können nicht klar denken, geschweige denn wissen, wer wir sind.

 

Während meiner ersten Ausbildung zur Hauspflegerin EFZ (ähnlich wie Fachangestellte Gesundheit) wusste ich bereits, ich bin am richtigen Ort. Mich interessierte der Mensch, ich wollte mehr wissen, mehr handeln, mehr Verantwortung übernehmen. Somit machte ich einen nahtlosen Übergang und absolvierte die Ausbildung zur diplomierten Pflegefachfrau HF. Ich musste mich für einen Schwerpunkt zwischen Psychiatrie- und Akutpflege entscheiden. Diese Entscheidung war nicht einfach. Die Akutpflege hatte gewonnen, weil ich mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht bereit fühlte für den Schwerpunkt Psychiatriepflege. Während der Ausbildung erlebte ich das Setting der Akutpsychiatrie und lernte in dieser Zeit vor allem, wie wichtig Transparenz, Ehrlichkeit, Empathie, aber auch klare Grenzen setzen, ist.

Nach der Ausbildung hatte ich eine Festanstellung in einer Spitex.

Die Spitex gefällt mir besonders gut, weil ich bei den Kunden zu Gast bin und mich ihnen während der Einsatzzeit voll und ganz widmen kann. Empathie, schneller Vertrauensaufbau, Ressourcen erkennen, einsetzen und fördern sind wichtige Eigenschaften für die Arbeit in der Spitex.

 

Als im 2015 mein Sohn Ende Schwangerschaft im Bauch verstarb, verlor ich jeglichen Halt und Hoffnung. Durch meine Hebamme, der ich bis heute dafür dankbar bin, begegnete ich einer wundervollen Therapeutin.

Ich wusste, ich brauche Hilfe und nur ich konnte entscheiden, wie es weitergeht. Ich entschied mich, wieder glücklich und bewusst zu leben, mehr auf mich zu hören und das zu machen, was mir gut tut. Meinem Bauchgefühl wieder zu vertrauen. Hier machte dieses Zitat für mich Sinn. Und JA – das klingt verrückt. Die Trauer gehört zum Leben, aber sie bestimmt nicht mein Leben. Wenn mir dies nicht passiert wäre und ich keine mutige Hebamme gehabt hätte, würde ich jetzt nicht hier stehen.

 

Ich wollte, das was ich erlebt habe, rational verstehen und begründen können.

Deshalb habe ich mich weitergebildet. Meine Aus- und Weiterbildungen in Notfallpsychologie (schweizerischer Berufsverband für Angewandte Psychologie), der professionellen Familienbegleitung bei Verlust des Kindes, Fachausweis Ausbilder, so wie der Somatic Experiencing (Traumatherapie nach Peter A. Levine) haben mich so weit gebracht, dass ich in Spitälern und Selbsthilfegruppen das Tabuthema Tod und Umgang mit Betroffenen näher bringen konnte.

 

Mein Wunsch, den Menschen nicht «nur» körperlich zu unterstützen, sondern als Ganzes zu sehen und zu erleben, wurde noch deutlicher, als zu Beginn meiner Ausbildung zur Pflegefachfrau.

Bereits Ende 2015 begleitete ich Familien, welche ihr Kind verloren haben, im Trauerprozess.

Im Jahr 2019 eröffnete ich nebenbei meine Praxis und durfte schon einigen Menschen, von Jung bis Alt, in der Verarbeitung des Traumata unterstützen.

 

Meine Auftankmomente finde ich in der Natur. Ich geniesse die Zeit mit meinen beiden Kindern (2010 und 2018) und bestaune mit ihnen ihre und unsere Welt. Gutes Essen und tolle Gespräche geniesse ich ausgiebig mit meinen Freunden und meiner Familie.

 

Wann ist Ihre Zeit, sich bewusst zu entscheiden und glücklich zu leben?

 

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und die Transformation.